Zum Hauptinhalt springen

Arbeiter*innenkampf statt Kahlschlag: Brühl steht auf gegen das Diktat der CEOs

Liebe Brühler*innen und Genoss*innen,

die Masken sind gefallen. Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes für dieses erste Quartal 2026[1] bestätigen schwarz auf weiß, was viele von uns im Alltag längst spüren: Der Arbeitsmarkt steckt mitten im Absturz und die Zeche für die Krise des Profitsystems sollen wieder einmal die Beschäftigten zahlen!

Fast eine halbe Millionen Arbeitsplätze, genauer 486.000 Stellen, wurden allein von Januar bis März vernichtet. 

Das ist kein normaler Saisoneffekt und kein Naturereignis. Menschen haben das so entschieden – es ist das brutale Resultat eines Wirtschaftssystems, das über Leichen geht, sobald die Rendite nicht mehr stimmt. Das Absurde dabei: Während die Arbeitsplätze im Rekordtempo vernichtet werden, steigen die Renditen und die Profite der großen Firmen weiter in die Höhe. Während die CEOs über hohe Kosten jammern, um staatliche Subventionen zu erpressen, streichen sie im selben Atemzug das Herz unserer Wirtschaft zusammen: Über 171.000 Stellen wurden im Vergleich zum Vorjahr in der Industrie vernichtet. Auch am Bau verschärft sich die Krise mit 27.000 verlorenen Arbeitsplätzen massiv. In Handel, Verkehr und Gastgewerbe gingen weitere 81.000 Stellen verloren. 

Gleichzeitig erleben wir an allen Ecken und Enden, wie der Rotstift angesetzt wird. Sozialleistungen werden gestrichen, wichtige Angebote kaputtgekürzt und das soziale Netz systematisch abgebaut. Auch vor Brühl und dem Rhein-Erft-Kreis wird diese doppelte Abrissbirne aus Jobverlust und Sozialabbau nicht haltmachen. Während im Rest Europas die Beschäftigung wächst, schrumpft sie bei uns. Die 

Konzerne verlagern die Produktion dorthin, wo die Arbeit billiger ist, um ihre Aktionär*innen bei Laune zu halten. Sie nennen es Strukturwandel und Wettbewerbsfähigkeit. Wir nennen es, was es ist: Klassenkampf von oben! 

Die Realität: Prekarisierung statt echter Perspektiven 

Die Bundesregierung schaut tatenlos zu. Das Wirtschaftsministerium verkündet achselzuckend, dass die Frühjahrsbelebung ausbleibt. Was für ein Hohn für jede Familie, die vor den Trümmern ihrer Existenz steht.

Die Statistik des Statistischen Bundesamtes Statistischen Bundesamtes zeigt: Neue Jobs entstehen fast nur noch im Staats- und Sozialbereich. Versteht uns nicht falsch: Wir begrüßen diese neuen Stellen denn, wir wissen, dass wir dringend mehr Personal in der Pflege, in Kitas und Schulen auch hier bei uns in Brühl brauchen, aber der Staat darf nicht zum Reparaturbetrieb einer kollabierenden Privatwirtschaft werden, während gut bezahlte, tariflich abgesicherte Arbeitsplätze systematisch vernichtet werden, gleichzeitig an der sozialen Infrastruktur gespart wird und Profite und Renditen steigen. 

 

Wir von der Linken Brühl sagen ganz klar: Wir betteln nicht mehr! Wir nehmen diesen Kahlschlag im Sozialsystem und das Streichen von Arbeitsplätzen nicht mehr kampflos hin! Wenn die private Wirtschaft keine sicheren Jobs garantieren kann und die Politik nur noch Kürzungen kennt, während die Gewinne der Konzerne explodieren, verliert dieses System seine Daseinsberechtigung. 

Wir fordern organisierten Widerstand: 

  • Schluss mit dem Sozialabbau und allen Kürzungen: Keine weiteren Streichungen bei sozialen Leistungen, bei der Bildung oder im Gesundheitssystem! Geld ist genug da es ist nur in den Händen der Reichen und Konzerne konzentriert.
  • Arbeitsplatzgarantien statt Dividenden für Aktionär*innen: Keine Entlassungen in profitablen Konzernen! Staatliche Hilfen und Gelder darf es nur unter der Kontrolle der Arbeiter*innen und mit strikter Tarifbindung geben!
  • Hände weg von unserer Gesundheit: Wir erteilen jedem Versuch, das Krankengeld nur einem einzigen Tag zu streichen, eine klare Absage. Wer krank ist, gehört ins Bett und darf dafür nicht finanziell bestraft werden!
  • Strikte Begrenzung der täglichen Arbeitszeit: Schluss mit der permanenten Entgrenzung und der unbezahlten Mehrarbeit! Die tägliche Arbeitszeit muss konsequent begrenzt und kontrolliert werden. Schutzgesetze sind zum Schutz der Arbeitenden da, nicht zur Disposition der Chefetagen!
  • Investitionen in unsere Zukunft: Wir fordern einen echten, sozial gerechten Strukturwandel für den Rhein-Erft-Kreis und Brühl, der neue, zukunftsfähige und demokratisch kontrollierte Arbeitsplätze schafft. 

Genoss*innen, es reicht! 

Die Zeit des stillen Duldens ist vorbei. Wenn sie die Zukunft und die Existenz der Arbeiter*innen durch Jobabbau und Kürzungen zerstören, während sie ihre eigenen Taschen mit immer höheren Renditen füllen, dann werden wir ihren Profiten den Gehorsam verweigern! Es ist Zeit, das Schweigen zu brechen, aus den Betrieben und Büros auszubrechen und gemeinsam auf die Barrikaden zu gehen! Holen wir uns die Kontrolle über unsere Arbeit und unsere soziale Sicherheit zurück: 

Mit Infoständen, mit Streiks, mit Protest, mit unversöhnlichem Widerstand! 

Vergessen wir niemals unsere Macht im Klassenkampf: 

„Wenn die Arbeiterklasse will, stehen alle Räder still!“ 

Organisiert euch! Im Betrieb, in den Gewerkschaften und bei uns im Stadtverband. Wer nicht kämpft, hat schon verloren! 

Die Linke Stadtverband Brühl 

Mit solidarischen Grüßen 

Daniel Tews 

 


[1]www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_167_13321.html

Zurück zum Kopf der Seite