Kulturausschuss erhöht Gebühren der Kunst- und Musikschule
Änderungsantrag der Linken scheitert knapp
Der Brühler Ausschuss für Kultur, Partnerschaften und Tourismus hat in seiner Sitzung vom Donnerstag, 27.11.2025 eine großflächige Gebührenerhöhung für die Kunst- und Musikschule der Stadt (KuMs) beschlossen. Die Gebührenerhöhung soll bereits im Januar 2026 in Kraft treten, der Rat der Stadt muss noch zustimmen. Einzig die Linksfraktion stimmte im Ausschuss gegen den Gebührenanstieg.
Ein Änderungsantrag der Linken, durch den die Gebühren wenigstens für Brühl-Pass-Inhaber:innen stabil gehalten werden sollten, fand knapp keine Mehrheit. Die Linke hatte beantragt die Ermäßigung für Brühl-Pass-Inhaber:innen von jetzt 50% auf lediglich 60% anzuheben, um die geplanten Erhöhungen auszugleichen. Nur AfD und CDU stimmten im Schulterschluss gegen den Änderungsantrag.
„Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass unser Vorschlag die Gebührenanpassung sozialer zu gestalten, auf reges Interesse gestoßen ist. Gerade für Menschen im Leistungsbezug ist kulturelle und soziale Teilhabe oft schwierig. Die nun geplante Gebührenerhöhung baut weitere Hürden auf,“ sagte Frank Geier, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Rat der Stadt Brühl. Enttäuscht zeigte sich Geier auch darüber, dass „AfD und CDU heute Abend wegen knapp 1.000 € im Jahr gemeinsame Sache gegen Brühler:innen gemacht haben, denen es finanziell nicht gut geht.“
Die zusätzlichen Einnahmen aus den Gebühren sollen ab Januar Etatlücken im Haushalt der KuMs decken. Laut Auskunft der Verwaltung im Ausschuss machten Anpassungen bei den Personalkosten die Mehreinnahmen nötig. Mit der neuen
Gebührenordnung wurde auch eine Vereinfachung des Preissystems beschlossen.
„Wir begrüßen, dass die Preise der KuMs jetzt transparenter gestaltet sind, setzen uns aber weiter für einen breiten und niederschwelligen Zugang zu allen kulturellen Angeboten in unserer Stadt ein,“ sagte Fraktionsvorsitzende Daum Seitz. „Brühl ist
eine Kulturstadt und davon sollten alle Brühler:innen profitieren. Auf die fehlerhafte Logik, dass anständige Löhne auf Kinder- und Erwachsene abgewälzt werden müssen, die in unserer Stadt ein Instrument lernen wollen, fallen wir nicht herein.“
Die Linke im Rat der Stadt Brühl vertritt aktiv die Interessen der Brühler:innen, die zwischen steigenden Gebühren und höheren Kosten für Lebenshaltung und Wohnen sowie sinkenden Löhnen aufgerieben werden. Im Kulturausschuss fordert sie
Transparenz in der Kulturverwaltung und Zugang zu Kunst für alle Brühler:innen – unabhängig von Herkunft, Bildungsgrad und Geldbeutel. Für diese Ziele ist die Linke gerne zur Zusammenarbeit mit allen demokratischen Fraktionen bereit.

