Stellungnahme zum offenen Brief „an Bündnis 90/Die Grünen Brühl“ des Phantasialands
Die Linke Brühl nimmt den offenen Brief “an Bündnis 90/Die Grünen Brühl“ des Phantasialands mit
Befremden zur Kenntnis.
Herr Ralf-Richard Kenter, Beauftragter der Geschäftsführung, greift darin die Grünen für ihre Haltung zum
Erhalt der Ville an – und stellt sie als einzige Gegner:innen der geplanten Erweiterung des Phantasialands
dar. Das ist schlicht falsch. Herr Kenter ignoriert damit die vielen zivilgesellschaftlichen Akteur:innen und
die große Zahl von Bürger:innen, die dieses Vorhaben kritisch sehen. Auch Die Linke Brühl stellt sich klar
und entschieden gegen eine Erweiterung des Phantasialands auf Kosten des Naturschutzes.
Wir begrüßen, dass sich das Phantasialand der öffentlichen Debatte stellt und nehmen wie folgt Stellung:
- Transparenz bei Gewerbesteuer: Herr Kenter suggeriert, dass die Stadt Brühl von deutlich
höheren Gewerbesteuereinnahmen profitieren würde. Wir fordern das Phantasialand auf, diese
Prognosen endlich offenzulegen.
- „Standort gefährdet“? – Wohl kaum: Das Phantasialand wird seit Jahren als einer der besten
Freizeitparks Europas ausgezeichnet. Die Drohung, der Standort sei ohne Erweiterung gefährdet,
entbehrt jeder Grundlage. Anders als ein Produktionsbetrieb, lässt sich ein Freizeitpark nicht
einfach in eine andere Stadt verlagern. Die Wahrheit ist: Nicht Brühl braucht das Phantasialand,
sondern das Phantasialand braucht Brühl.
- Arbeitsplätze ja, aber gut bezahlt: Mehr Arbeitsplätze allein bedeuten nicht, dass der Wohlstand
automatisch wächst. Entscheidend sind gute Löhne, Tarifbindung und sichere Arbeitsverhältnisse.
Dass es genau daran im Phantasialand seit Jahren mangelt, ist stadtweit ein offenes Geheimnis.
- Solidarität mit Beschäftigten: Kritik an der Ausbeutung von Beschäftigten hat nichts mit
Ressentiments zu tun. Es geht nicht um die Herkunft der Kolleg:innen, sondern um ihre schlechten
Arbeits- und Unterbringungsbedingungen.
Herr Kenter betont, dass die Stadtverwaltung „neutral, fachlich und mit angemessener Beteiligung der
Öffentlichkeit“ abwägen solle und der Rat dann entscheide. Richtig: der Rat besteht aus demokratisch
gewählten Vertreter:innen, die Vorlagen von Konzernen nicht einfach abnicken, sondern eigenständig
entscheiden.
Höchst problematisch finden wir, dass ein Unternehmen versucht, mit seiner wirtschaftlichen Macht
direkt in den politischen Diskurs und Wahlkampf einzugreifen.
Die Linke Brühl positioniert sich eindeutig: Keine Erweiterung des Phantasialands – Erhalt der Ville!
Ville statt Konzernwille.
