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AfD Brühl - Wölfe im Schafspelz

In der letzten Ratssitzung stellte die AfD einen Antrag eine Partnerschaft mit einer israelischen Stadt einzugehen. Das liest sich erst einmal ganz gut, und alle denken, dass hätten wir von der AfD nicht erwartet.

Bei weiterer Beschäftigung mit dem Thema, läuft es immer darauf hinaus, dass die AfD im zweiten Schritt, Hetze gegen den Islam betreibt. Keiner anderen Religion, wie dem Islam, widmet sich die AfD derart ablehnend, diffamierend und diskriminierend. So auch der Fraktionsvorsitzende Schmidt von der AfD in der Ratssitzung im Brühler Rat. Die Rechtspopulisten setzen sich gegen den Antisemitismus nur dann ein, wenn sie dadurch für ihre migrationsfeindliche Agenda werben können.

Jetzt sind die schlimmsten Judenhasser die Islamisten, nicht mehr Schmidt und seine Parteikameraden, wie der Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag, Björn Höcke, der das Holocaust-Mahnmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet und eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" fordert. Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Alexander Gauland, hat mit einer Verharmlosung der NS-Zeit Empörung und Fassungslosigkeit ausgelöst. Hitler und die Nationalsozialisten seien „nur ein Vogelschiss" in 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte! Noch schlimmer der „Fraktionsvize in der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Marzahn" der die kluge Politik des Reichsprotektors Reinhard Heydrich", dem Organisator der Wannseekonferenz zur "Endlösung der Judenfrage" lobt. Wie glaubwürdig ist eine Partei mit solchen Führungskräften?

Ginge es der AfD tatsächlich um die Abwehr von Judenfeindlichkeit, müsste sie auch den Antisemitismus innerhalb der eigenen Partei und unter angestammten Deutschen anprangern. Sie fokussiert sich aber allein auf antisemitische Straftaten, die von Zuwanderern begangen werden.

In der Partei, die allen natürlichen Gegnern der Juden ein Zuhause gibt: von antisemitischen Verschwörungstheoretikern, über Relativierer bis hin sogar zu Leugnern des Holocaust.

Und trotzdem bietet sich ausgerechnet diese AfD als Wahloption für Juden an: Weil sie den antisemitischen Gewalttaten von arabischstämmigen Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit schenkt und sich für die Einschränkung der Zuwanderung aus dem islamischen Kulturraum einsetzt.

Ich habe selber Verwandte in Israel und keiner will was mit AfD-Mitgliedern zu tun haben. Auch AfD-Politiker sind in Israel nicht willkommen! Für den Düsseldorfer Landtag wurde die Anwesenheit eines AfD-Abgeordneten zum Problem. Eine Israel-Reise musste abgesagt werden. Es ist nicht der erste Fall, in dem ein AfD-Poltiker für Komplikationen in Israel sorgt. Der Hintergrund: Es gab Signale, dass die Politiker wegen eines AfD-Abgeordneten in ihren Reihen unter anderem in der Gedenkstätte Yad Vashem (Weltzentrum der Dokumentation der Massenvernichtung der Juden in Deutschland und Europa) nicht willkommen seien.

Den AfD-Antrag im Brühler Stadtrat haben alle anderen Parteien als Heuchelei empfunden und deshalb abgelehnt! Einen Antrag für eine Städtepartnerschaft mit einer israelischen Stadt, der aus der Mitte der Brühler Gesellschaft gekommen wäre, hätten sicherlich alle Fraktionen mitgetragen.

In Wirklichkeit geht es der AfD allein um Nichtjuden, die ihre Angst vor einer vermeintlichen islamischen Überfremdung mit der Angst der Juden vor dem muslimischen Antisemitismus rechtfertigen wollen. Juden sind hier lediglich Mittel zum Zweck.

Das Phänomen der rechtspopulistischen Parteien, die sich als Verbündete der jüdischen Gemeinden inszenieren, ist nicht neu, sondern überall in Europa zu beobachten. Bei Marine Le Pen in Frankreich, Geert Wilders in den Niederlanden, Heinz-Christian Strache in Österreich, Viktor Orbán in Ungarn, die Schwedendemokraten, die belgische "Vlaams Belang" oder die italienische "Lega Nord", alle spielen das gleiche Spiel mit ihrer angeblichen Judenfreundlichkeit.

Eine Allianz zwischen Juden und Rechtspopulisten kann langfristig gar nicht funktionieren. Denn Rechtspopulisten setzen sich gegen den Antisemitismus nur dann ein, wenn sie dadurch für ihre migrationsfeindliche Agenda werben können.

Ich war selbst 7 Jahre im Rat der Stadt Wiehl, dort gibt es jetzt seit über 30 Jahren eine Partnerschaft mit der israelischen Stadt Jokneam (Nähe von Haifa) die von einem Freundeskreis getragen wird. Das ist gelebte Freundschaft!